Mehr Ausstellungen diese Woche
Mehr Ausstellungen diese Woche
Be a mensch: Johanna Kandl
KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien - Laxenburger Straße 4/4a, 1100 Wien, Österreich
Die Sammlung betrachten & The Day You Were Thinking About the Sibyl While You Were Picking Autumn Leaves An Insert by Ana Torfs
- Schillerplatz 3, Wien, Österreich
Alles in Arbeit
Dom Museum Wien - Zwettlerhof, Stephansplatz 6, Wien, Österreich
Schwarze Juden, Weisse Juden?
Jüdisches Museum Wien - Dorotheergasse 11, 1010 Wien, Österreich
Der Fall Freud: Dokumente des Unrechts
- Berggasse 19, Wien, Österreich
Claudia Pagès Rabal
mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien - Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich
HELMUT LANG
MAK – Museum für angewandte Kunst - Stubenring 5, 1010 Wien, Österreich
Sandra Mujinga: Skin to Skin
- Arsenalstraße 1, 1030 Wien, Österreich
GUSTAVE COURBET: REALIST UND REBELL
Leopold Museum - Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich
THE MATERIAL SHOW
- Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich
Ferdinand Georg Waldmüller: Nach der Natur gemalt
- Rennweg 6, Wien, Österreich
Ndidi Dike: Rare Earth Rare Justice
- Friedrichstraße 12, Wien, Österreich
Animalia: Von Tieren und Menschen
- Hanuschgasse 3, 1010 Wien, Österreich
„I do” by Kelvin Atmadibrata
- Meiereistraße 3, Wien, Österreich
PREMIERE! Die Sammlung der Oesterreichischen Nationalbank
- Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich
Reading Rave & Cucina Alchimia
- Meiereistraße 3, Wien, Österreich
Lebt und arbeitet in Wien: Contemporary Art from Vienna
- Museumsplatz 1, Wien, Österreich
HERBERT BOECKL – HANS JOSEPHSOHN: Archetypen des Figuralen
- Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich
NEU. SACHLICH. Fotografie der 1920er- und 1930er-Jahre
- Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich
Be a mensch: Johanna Kandl
26/09/2024 - 26/09/2026
KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien
Laxenburger Straße 4/4a, 1100 Wien, Österreich
Mit einer Wandgestaltung für den neuen Gemeindebau in der Laxenburger Straße (Architektur: Pichler & Traupmann Architekten) setzt die Stadt Wien ihre lange Tradition der Kunst am (Gemeinde-) Bau fort. Die Künstlerin Johanna Kandl gewann den dazu von KÖR Wien gemeinsam mit der WIGEBA, der Wiener Gemeindewohnungs Baugesellschaft m.b.H., ausgelobten Wettbewerb.
Mit dem Entwurf „Be a mensch“ erinnert die Künstlerin an das Wirken und Vermächtnis von Willi Resetarits (1948–2022). Das Zitat steht für den Musiker und Menschenrechtsaktivisten, der es wie kaum ein anderer verstand, unterschiedlichste gesellschaftliche und kulturelle Gruppen miteinander zu verbinden. Aus dem Jiddischen ins amerikanische Englisch entlehnt, bezeichnet das Wort „mensch“ eine ehrliche integre Person.
Diesen Appell an die Menschlichkeit sowie das Spiel mit der Sprache als Ausdruck von Vielfalt und Inklusion greift Johanna Kandl in ihrer Wandmalerei für den Gemeindebau NEU in der Laxenburger Straße 4/4A, der künftig nach Willi Resetarits benannt sein wird, auf.
Be a Mensch, Johanna Kandl, Photocredits © Hertha Hurnaus
Die Sammlung betrachten & The Day You Were Thinking About the Sibyl While You Were Picking Autumn Leaves An Insert by Ana Torfs
03/10/2025 - 30/08/2026
Schillerplatz 3, Wien, Österreich
Im Format „Die Sammlung betrachten & An Insert by…“ werden neben Highlights der Sammlung der Gemäldegalerie Installationen und Werkgruppen präsentiert, die als Einschübe zeitgenössischer Künstler_innen in die temporär arrangierte Schausammlung konzipiert sind. Das Insert der belgischen Künstlerin Ana Torfs bildet die dritte Intervention dieser Reihe.
Unter dem Titel The Day You Were Thinking About the Sibyl While You Were Picking Autumn Leaves wird erstmals Torfs’ neuer Werkzyklus aus 28 Jacquard-Tapisserien vorgestellt. Während der Corona-Pandemie las die Künstlerin Vergils Aeneis und dachte bei Spaziergängen und beim Sammeln von Herbstlaub an die Sibylle von Cumae, die ihre Weissagungen auf Blätter schrieb. Torfs presste das gesammelte Laub zwischen Seiten internationaler Tageszeitungen, fotografierte diese Arrangements und ließ sie – ergänzt um persönliche, versartige Textfragmente – als großformatige Tapisserien weben.
So entsteht ein fragmentarisches Tableau über den Zustand der Gegenwart und die Reflexionen einer Einzelnen. Das textile, lyrische Gewebe verleiht dem flüchtigen Alltagsgeschehen scheinbare Dauer und verweist zugleich auf eine historisch prägnante Zeit, deren Folgen noch ungewiss sind. Wie die vom Wind durcheinandergewirbelten Blätter der Sibylle bleiben auch heutige Nachrichten und Deutungen zunehmend rätselhaft.
Ausstellungsansicht © Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien, Foto: Iris Ranzinger
Alles in Arbeit
03/10/2025 - 30/08/2026
Dom Museum Wien
Zwettlerhof, Stephansplatz 6, Wien, Österreich
Arbeit prägt den Großteil des menschlichen Lebens: Sie strukturiert Alltag, Zeit, soziale Beziehungen und bestimmt gesellschaftliche Teilhabe ebenso wie materielle Sicherheit. In einer Gegenwart, die von wirtschaftlichen Krisen, globaler Ungleichheit und einem tiefgreifenden Wandel der Arbeitswelt geprägt ist, gewinnt die Auseinandersetzung mit Arbeit neue Dringlichkeit. Plattformarbeit, Automatisierung, Künstliche Intelligenz, Migration, Care-Krise und soziale Prekarität stellen bestehende Vorstellungen und Sicherheiten infrage.
Die Ausstellung Alles in Arbeit im Dom Museum Wien eröffnet einen Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven und künstlerische Zugänge aufeinandertreffen. Im Zentrum steht das menschliche Ringen um Erwerbsarbeit – ihre Notwendigkeit, Sinnhaftigkeit, Zumutung und Gestaltbarkeit. Zugleich erweitern die gezeigten Werke den Arbeitsbegriff, indem sie unsichtbare, unbezahlte oder marginalisierte Tätigkeiten wie Care- und Hausarbeit, künstlerische Arbeit, Protest oder Prokrastination in den Fokus rücken.
See Red Women’s Workshop, A Woman’s Work Is Never Done, 1974. © See Red Women’s Workshop.
Schwarze Juden, Weisse Juden?
22/10/2025 - 26/04/2026
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11, 1010 Wien, Österreich
SCHWARZE JUDEN, WEISSE JUDEN?
Welche Hautfarben haben Jüdinnen und Juden – und welche werden ihnen zugeschrieben und wie verorten sie sich selbst?
Die Ausstellung „Schwarze Juden, Weiße Juden?“ geht diesen Fragen nach und zeigt historische und zeitgenössische Beispiele der Fremd- und Selbstwahrnehmung. Sie beleuchtet das Thema der jüdischen Identität im Spannungsverhältnis zwischen Eigendefinitionen, Antisemitismus und Rassismus.
Die verschiedenen Antworten bekräftigen die Aktualität und Dringlichkeit dieser Ausstellung.
„Der Fall Freud. Dokumente des Unrechts“ beleuchtet die letzten Monate der Familie Freud im nationalsozialistischen Wien und erzählt die Geschehnisse in den Jahren danach. Die systematische Beraubung Sigmund Freuds und seines Bruders Alexander wird detailliert nachgezeichnet, neue Erkenntnisse vertiefen das Wissen um das Schicksal und die Ermordung ihrer vier Schwestern Rosa, Maria, Adolfine und Pauline durch das NS-Regime.
Unveröffentlichte (Täter-) Dokumente
Das Sigmund Freud Museum konnte vor kurzem bislang unbekannte Unterlagen erwerben. Sie stammen aus dem Nachlass des von den Nazis eingesetzten „kommissarischen Verwalters“ des Internationalen Psychoanalytischen Verlags im Besitz von Sigmund und Anna Freud. Diese Dokumente bilden nun das zentrale Element der Ausstellung: in Zusammenschau mit hunderten originalen Akten, Geschäftsbriefen sowie Listen des Vermögensverwalters von Alexander Freud und den vier Schwestern geben sie Aufschluss über die rechtlichen und finanziellen Abläufe der NS-Verbrechen. Diese Aufzeichnungen machen eine weitere Perfidie öffentlich: Der Begründer der Psychoanalyse konnte die gesamte Einrichtung der Berggasse 19 samt Antikensammlung nach London verfrachten, seine Emigration verlief somit für die Augen der internationalen Öffentlichkeit privilegiert. Hinter den Kulissen allerdings raubten die Nazis über den Umweg des Internationalen Psychoanalytischen Verlags nahezu seine gesamten Finanzmittel; dabei wurde sein Sohn Martin, Geschäftsführer des Verlags, massiv unter Druck gesetzt.
Alexander Freud war Inhaber des Allgemeinen Tarif-Anzeigers, als Frachtexperte international anerkannt und war zu größerem Wohlstand gelangt als sein berühmterer Bruder. Ihm war es nur unter Entziehung allen Hab und Guts möglich, sein Leben und das seiner Frau zu retten. Mittellos verließen sie Wien, flüchteten über Zürich nach London und dann weiter nach Kanada. Vier der fünf Schwestern Freuds lebten 1938 in Wien – ihnen konnte keine Ausreise ermöglicht werden. Sie wurden aus ihren Wohnungen vertrieben, in eine „Sammelwohnung” einquartiert, beraubt, deportiert und 1942 ermordet.
Plakat. Der Fall Freud. Dokumente des Unrechts. Simund Freud Museum
Claudia Pagès Rabal
04/12/2025 - 31/05/2026
mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich
Claudia Pagès Rabal ist bildende Künstlerin, Performerin und Schriftstellerin. Mit den Mitteln der Sprache, dem Einsatz ihres eigenen und von der Künstlerin choreografierter Körper, Bewegung und Musik stellt sie Themen wie gesellschaftliche Hierarchien, Zugehörigkeitsgefühl, queere Körperökonomien und Begehren zur Diskussion.
Im mumok wird die Künstlerin eine neue Auftragsarbeit in Kollaboration mit der Chisenhale Gallery in London und entwickelt in Zusammenarbeit mit Tractora Koop in Bilbao präsentieren. Sie setzt darin ihre Untersuchungen über die iberische Halbinsel während der Zeit von al-Andalus – der arabische Name für die zwischen 711 und 1492 muslimisch beherrschten Teile – fort, indem sie sich Befestigungsanlagen im Landesinneren von Katalonien widmet. Fünf Verteidigungstürme, die mitten in der politisch-militärischen Grenzregion der so genannten Spanischen Mark errichtet wurden, sind dabei der Ausgangspunkt für ein Video aus choreografierten Tanz-, Licht- und Tonsequenzen, in dem die Künstlerin Fragen nach nationaler Zugehörigkeit, der Konstruktion von politischen Systemen und den daran geknüpften Legenden in der Schwebe hält.
Produziert im Rahmen der Ausschreibung von „la Caixa“ Foundation Support for Creation’24. Production.
Kuratiert von Franz Thalmair
Eröffnung: 3. Dezember 2025, 19 Uhr
Claudia Pagès Rabal, production image, 2024. Commissioned and produced by Chisenhale Gallery, London. Courtesy of the artist
HELMUT LANG
10/12/2025 - 03/05/2026
MAK – Museum für angewandte Kunst
Stubenring 5, 1010 Wien, Österreich
Die Ausstellung fokussiert auf Helmut Langs Vision von Gestaltung und Identität zwischen 1986 und 2005 und zeigt Langs Rolle als Pionier, der auf künstlerische Strategien setzte, lange bevor er sich 2005 aus der Modeindustrie zurückzog, um sich auf seine künstlerische Praxis zu konzentrieren.
Mit seinem medienübergreifenden Zugang sprengte Helmut Lang tradierte Konventionen und setzte mit kompromissloser Weitsicht neue Maßstäbe für Bekleidung, Grafikdesign, Inszenierung, Architektur, experimentelles Branding, interdisziplinäre Kollaboration und digitale Kommunikation. 1998 war Lang der erste Designer, der eine Runway-Show online präsentierte und damit antizipierte, wie Mode in Zukunft global wahrgenommen werden sollte. Um die neue Website zu promoten, wurden rund 1.000 Werbeanzeigen auf Taxi-Tops gelauncht, die zum Markenzeichen der Stadt New York wurden.
Lang definierte seine Arbeit nicht nur über Kleidung, sondern als Medium der Kommunikation und Teil einer größeren kulturellen Erzählung. Seine als „Séance de Travail“ (Arbeitssitzung) bezeichneten Modepräsentationen waren ebenso wie seine Flagship-Stores in New York und Paris Statements für ein strategisches Umdenken, welches das Gesamterlebnis über bloßen Konsum stellte.
Durch seine Zusammenarbeit mit Künstler:innen wie Louise Bourgeois, Jenny Holzer, Robert Mapplethorpe, Jürgen Teller und anderen prägte er eine neue Bildsprache, mit der er die Grenzen zwischen den kreativen Disziplinen neu definierte und seine Rolle und seinen Einfluss auf Mode und Kultur bis heute festschrieb. Die Ausstellung ermöglicht einen einzigartigen Einblick in das Mindset des visionären Designers und Künstlers. Sie verzichtet auf eine Präsentation von physischen Kleidungsstücken und inszeniert Langs Arbeit zeitgenössisch und multimedial in raumgreifenden, ortsspezifischen Installationen, ergänzt durch ausgewähltes Originalmaterial aus dem MAK Helmut Lang Archiv und dem eigenen Archiv des Künstlers.
KURATORIN:
Marlies Wirth, Kuratorin Digitale Kultur, Kustodin MAK Sammlung Design
WISSENSCHAFTLICHE MITARBEIT:
Lara Steinhäußer, Kustodin MAK Sammlung Textilien und Teppiche
© MAK/Christian Mendez; © HL-ART
Sandra Mujinga (* 1989 in Goma, Demokratische Republik Kongo) lebt und arbeitet in Oslo. Ihre multidisziplinäre Praxis umfasst Installation, Skulptur, Fotografie, Performance, Video und Musik. Zentrale Themen ihrer Arbeit sind die Sichtbarkeit Schwarzer Körper im öffentlichen Raum sowie das Potenzial von Opazität und Ambiguität für Handlungsmacht und Selbstschutz.
Im Zentrum von Skin to Skin steht eine Gruppe von 55 identischen überlebensgroßen Figuren. In schwere Stoffe gehüllt wirken sie wie Gestalten aus einer anderen Zeit – archaisch und futuristisch zugleich. Spiegelnde Elemente im Raum vervielfachen ihre Präsenz, während ein eigens komponierter elektronischer Soundtrack die skulpturale Inszenierung akustisch erweitert. Sandra Mujingas Installation besetzt den Ausstellungsraum des Belvedere 21 und lädt die Besucher*innen ein, in diese verschiedenen visuellen und klanglichen Ebenen einzutauchen.
Von Avataren über Klone und geisterhafte Erscheinungen bis hin zu unbekannten Spezies: Mujingas hybride Figuren lassen vieldeutige Assoziationen zu. Die Künstlerin entwickelt spekulative Welten, in denen sich räumliche und zeitliche Schichten überlagern. In ihrer neu produzierten Arbeit greift sie Themen aus Science-Fiction, Afrofuturismus und Posthumanismus auf, die sie mit Überlegungen zu tierischen Überlebensstrategien wie Tarnung und Nachtaktivität und einem Interesse an Körpern und Identität verbindet. Wiederholung und Camouflage fungieren in der Ausstellung als Mittel der Selbstermächtigung und als Schutz vor Kontrolle und Zuschreibungen von außen.
Installation view "Sandra Mujinga. Skin to Skin", Belvedere 21 photo: Kunst-Dokumentation.com, Manuel Carreon Lopez / Belvedere, Vienna
GUSTAVE COURBET: REALIST UND REBELL
19/02/2026 - 21/06/2026
Leopold Museum
Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich
Mit einer großangelegten Retrospektive widmet das Leopold Museum dem französischen Ausnahmekünstler Gustave Courbet (1819–1877) die erste umfassende Einzelausstellung in Österreich.
Rund 130 Exponate – darunter 90 Gemälde und 20 Grafiken aus allen Schaffensphasen sowie zahlreiche Archivalien – bieten einen Gesamteindruck des malerischen und grafischen Œuvres des Begründers des Realismus. In seinen bahnbrechenden Porträts, Akten, Landschaften und Stillleben setzte sich Courbet radikal über die idealisierenden Konventionen des 19. Jahrhunderts hinweg.
Nach Jahren der intensiven konzeptuellen und netzwerkstrategischen Arbeit ist die Ausstellung „Gustave Courbet. Realist und Rebell“ nun Wirklichkeit geworden und wir freuen uns sehr, unserem Publikum diese äußerst umfangreiche Personale präsentieren zu können. Da das Gesamtwerk des Künstlers von beachtlichem Ausmaß ist, galt es, eine sorgfältige Auswahl zu treffen, die sowohl repräsentativ für alle Schaffensphasen ist, als auch die inhaltlichen und formalen Facetten seiner Kunst als Maler, Zeichner und politischer Akteur entsprechend berücksichtigt. Mit Gustave Courbet zeigen wir einen herausragenden Avantgardisten, der immer wieder mit Konventionen gebrochen hat.
Gustave Courbet, Le sommeil | Die Schläferinnen, 1866 © Petit Palais, musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris, Foto: Paris Musées/Petit Palais, musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris
In der Gruppenausstellung „THE MATERIAL SHOW“ stehen jene Materialen im Zentrum, die unsere gebaute Umwelt tragen, formen und strukturieren: Beton, Stein, Holz, Metall und Glas. Zwölf österreichische und internationale Künstler:innen richten ihren Blick auf die grundlegenden Stoffe der Architektur und den kontinuierlichen Kreislauf von Bauen und Zerstören, von Nützlichkeit und Hinfälligkeit. Mit Werken von Lara Almarcegui, Hannes Böck, Cäcilia Brown, Werner Feiersinger, Andreas Fogarasi, Daria Koltsova, LITTLE WARSAW, Markéta Othová, Bianca Pedrina, Nick Relph, Iris Touliatou, Christoph Weber. Kuratiert wurde die Ausstellung vom Künstler Andreas Fogarasi und der MQ Chefkuratorin Astrid Peterle.
„‚We build houses. We take them apart‘, beschreibt keinen Widerspruch, sondern einen Kreislauf. Bauen und Zerstören sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Kulturtechnik. Die Ausstellung ‚The Material Show‘ untersucht genau diesen Prozess, denn Ressourcen sind endlich. Böden sind umkämpft. Städte werden verdichtet. Gleichzeitig stehen Gebäude leer.“, so MQ Direktorin Bettina Leidl
Ausgehend von den langjährigen Recherchen des Künstlers und Co-Kurators Andreas Fogarasi versammelt die Ausstellung Positionen, die ein gemeinsames Interesse verbindet. Durch ihre künstlerische und forschende Praxis lenken sie die Aufmerksamkeit auf Materialien, die als selbstverständlich gelten und oft erst dann wahrgenommen werden, wenn sie nicht mehr funktionieren oder gar ruiniert sind. Die Ausstellung reagiert dabei auch auf aktuelle urbane Entwicklungen, wie der erst kurz zuvor entstandene gigantische Rohbau auf der Mariahilfer Straße, der einem der größten Unternehmenskonkurse der österreichischen Geschichte anheimgefallen ist und nun wieder abgerissen wird.
„THE MATERIAL SHOW“ präsentiert sich an einem Ort, dessen Baustruktur über 300 Jahre Wandel und Veränderung widerspiegelt. Mit dem geplanten Neubau des Hauses der Geschichte Österreich und der Begrünung der Innenhöfe befindet sich das MQ auch heute in stetiger Transformation. In einer Zeit vermehrter Krisen und Umwälzungen lenkt die Ausstellung die Wahrnehmung auf – architektonisch wie gesellschaftlich – Notwendiges, das nicht als selbstverständlich betrachtet werden sollte. Sie lädt aber auch dazu ein, Schönheit im Grundlegenden zu entdecken.
Ausstellungsansicht „THE MATERIAL SHOW“, MQ Freiraum, 2026 © LITTLE WARSAW, Marble Street, 2000, Courtesy Galerie Erna Hécey | MuseumsQuartier Wien, Foto: Simon Veres
Ferdinand Georg Waldmüller: Nach der Natur gemalt
27/02/2026 - 14/06/2026
Rennweg 6, Wien, Österreich
Generaldirektorin Stella Rollig: Kann man zu Waldmüller noch neue Aspekte in den Fokus rücken? Man kann! Der Maler ist angesichts seiner Beliebtheit und des umfangreichen Bestands ein zentraler Künstler in der Sammlung des Belvedere. Wenn in dieser Ausstellung seine Landschaften im europäischen Vergleich präsentiert werden, dürfen sich selbst Fans und Fachleute auf neue Perspektiven freuen.
Der Schlachtruf „Wirklichkeitstreue“ verband in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele progressive Künstler*innen über Landesgrenzen hinweg. Dabei spielte die Konzentration auf die heimische Landschaft eine große Rolle. Generell wuchs in jener Zeit das Interesse der Menschen daran, mehr in der Natur zu sein, über sie zu lernen und sie sich in Form von Bildern in die Wohnungen zu holen. Dies war bedingt durch die politischen Umbrüche, den gesellschaftlichen Wandel und die voranschreitende Industrialisierung im 19. Jahrhundert.
Ferdinand Georg Waldmüller, zentraler österreichischer Maler der Biedermeierzeit, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die „uns umgebende Natur, unsere Zeit, unsere Sitte“ zu malen. Mit seinen naturgetreuen Porträts, Genrebildern und Landschaften polarisierte er die Kritik. Der Künstler war und ist vor allem für seine lebensnahen Bildnisse und Alltagsszenen bekannt. Die reale Landschaft als Bildmotiv diente Waldmüller in seinen Werken zunächst rein als Hintergrund. In den 1830er-Jahren rückte er die Natur auch in den Vordergrund, und es entstanden zahlreiche in ihrer Wirklichkeitsnähe bestechende Ansichten. Von da an spielte die Landschaft eine entscheidende Rolle in Waldmüllers Schaffen und begleitete ihn bis an sein Lebensende.
Ferdinand Georg Waldmüller, Large Prater Lanscape, 1849 Photo: Johannes Stoll / Belvedere, Vienna
Die in London geborene Ndidi Dike ist eine international anerkannte britisch-nigerianische Bildhauerin und multidisziplinäre Künstlerin. Rare Earth Rare Justice ist ihre erste große institutionelle Einzelausstellung in Österreich. In Mixed-Media-Werken, Gemälden, Skulpturen, Collagen, Fotografien, Videos und Installationen untersucht Dike die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen und vor allem das Erbe von Kolonialismus, Postkolonialismus, Fluchtmigration und globalem Kapitalismus, die die moderne Welt prägen.
Im Mittelpunkt von Rare Earth Rare Justice steht die fortwährende Ausbeutung der natürlichen Ressourcen des afrikanischen Kontinents, insbesondere der Abbau von Kobalt in der Demokratischen Republik Kongo. Dike zeichnet die Verantwortung der Rohstoffindustrien für Umweltschäden, Klimawandel, Vertreibung und Konflikte um Bodenschätze nach und deckt auf, wie die weltweite Nachfrage nach Technologie mittels systemischer Gewalt und Plünderung befriedigt wird.
Die Ausstellung entfaltet sich als großräumige Installation, deren Struktur durch die Themen Abwesenheit, Tod und Trauer bestimmt ist. Von der Decke hängt eine monumentale Skulptur aus etwa 900 Autopsie-Nackenstützen in der Form einer Gewehrkugel vor einem großen kreisrunden Spiegel herab. Das Objekt lässt sowohl an die tödlichen Praktiken der Rohstoffindustrien als auch an historische Ladepläne von Sklavenschiffen denken, in denen versklavte Körper dicht gedrängt in Laderäumen untergebracht waren, und verweist damit auf die lange Geschichte der Brutalität, mit der Schwarze Menschen zu Waren gemacht werden.
Ndidi Dike, Rare Earth Rare Justice, Ausstellungsansicht, Secession 2026, Foto: Iris Ranzinger
Mit der Ausstellung Animalia. Von Tieren und Menschen untersucht die Heidi Horten Collection das komplexe Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Der aus der Biologie entlehnte Begriff Animalia dient dabei als Leitgedanke einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Umgang des Menschen mit dem Tier, der sich in über 100 Kunstwerken aus dem 20. und 21. Jahrhundert spiegelt.
Abgeleitet von anima, dem lateinischen Wort für Atem oder Seele, umfasst der vom Naturforscher Carl von Linné (1707–1778) geprägte Terminus Animalia Mensch und Tier gleichermaßen. Im Kontrast zu diesem Modell der Gleichrangigkeit ist der Umgang des Menschen mit dem Tier von einer deutlichen Hierarchie geprägt.
Als vermeintlicher „Höhepunkt der Evolution“, als Wesen der Vernunft, das sich über die tierische Welt erhebt, weist der Mensch dem Tier ambivalente Rollen zu. Künstlerische Repräsentationen, die diese unterschiedlichen Zuschreibungen sichtbar machen, sagen dabei viel über den Menschen selbst aus, sie erlauben Rückschlüsse auf sein Selbstverständnis und seine Methoden der Projektion. So ist der Mensch in jedem Bild des Tieres bereits präsent – selbst dann, wenn er nicht Teil der Darstellung ist.
Lena Henke, UR Mutter, 2019 Heidi Horten Collection, © die Künstlerin
„And……, do you take ….. to be your husband, your best friend and love for life?“
„I do“ he mouthed the words. Then everything went mute as he witnessed the two grooms share a kiss.
14:00 – 17:00 Uhr, live auf dem Instagram-Account von PART Residency: https://www.instagram.com/partresidency/
17:00 – 19:00 Uhr, live @ THE HALL (Einlass ab 16:30 Uhr)
Kelvin Atmadibrata aktiviert Superkräfte, die durch eine zweite Pubertät und jugendliche Fantasien erwachen. Er arbeitet vor allem performativ, wobei seine Arbeiten häufig von Zeichnungen, Collagen und Installationen begleitet und in diese übersetzt werden.
Der Abend schöpft aus dem Austausch von Ehegelübden aus drei Werken – zwei früheren Performances aus dem vergangenen Jahr sowie einem neuen Stück, das während seiner Residency bei PART entstanden ist. Vom Adrenalinstoß getragen und als leise geformtes „Ich will“ ausgesprochen, nicht von den beiden Bräutigamen am Altar, sondern von einem unbekannten Gast oder einer dritten Figur. Es entfaltet sich ein Moment von zugleich intimer und tiefgehender Bedeutung.
Kuratiert von Salvatore Viviano (PART)
Kelvin Atmadibrata ist derzeit artist in residence bei PART.
PREMIERE! Die Sammlung der Oesterreichischen Nationalbank
24/04/2026 - 11/10/2026
Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) leistete 1994 einen entscheidenden finanziellen Beitrag zur Gründung der Leopold Museum-Privatstiftung und ermöglichte damit die Entstehungs- und Erfolgsgeschichte des Museums. Die Ausstellung „Premiere!“ würdigt diese langjährige Verbindung und zeigt erstmals umfassend die beeindruckende Vielfalt der Kunstsammlung der OeNB.
Seit den späten 1980er-Jahren sammelt die OeNB österreichische Malerei und Skulptur von 1918 bis heute, mit Schwerpunkten auf Kunst der Zwischenkriegszeit – insbesondere der Neuen Sachlichkeit und des Post-Expressionismus – sowie auf Arbeiten im Bereich der geometrischen und gestischen Abstraktion nach 1945.
Die Präsentation eröffnet einen Querschnitt durch zentrale Tendenzen österreichischer Kunst: Sie zeigt Werke von bekannten neusachlichen Künstler*innen, wie Rudolf Wacker und Franz Sedlacek, sowie eigenständige Positionen der Zwischenkriegszeit, wie bei Greta Freist und Max Oppenheimer. In der zeitgenössischen Kunst nach 1945 werden spannende Parallelen zwischen den Künstler*innengenerationen sichtbar, etwa zwischen Maria Lassnig und Tobias Pils oder Svenja Deininger und Ernst Caramelle. Ebenso werden die vielfältigen Zugänge zur Abstraktion in der Malerei – von Martha Jungwirth bis Herbert Brandl – erfahrbar. Auch skulpturale Werke, etwa von Josef Pillhofer, Julia Haugeneder oder Constantin Luser, sind wesentlicher Bestandteil der Sammlung.
MAX OPPENHEIMER, Die Schachpartie, 1925/30 © Oesterreichische Nationalbank | Foto: Sammlung Oesterreichische Nationalbank
Zur Teilnahme bitten wir um Anmeldung per E-Mail an welcome@partresidency.at.
Im Rahmen seiner Residency präsentiert der Soziologe und Autor Nikolaj Schultz die erste Reading Rave bei PART, ein hybrides Format zwischen intimem Lesekreis und Lecture Performance. Eingeladene Gäste aus Kunst, Theorie und Literatur teilen kurze Textfragmente und eröffnen vielschichtige Perspektiven auf ökologische Verantwortung, die existenziellen Dimensionen der Klimakrise sowie unser Verhältnis zu einer mehr als menschlichen Welt.
Ergänzt wird der Abend durch Cucina Alchimia, ein Kollektiv an der Schnittstelle von Kunst, Handwerk und Kulinarik, das ausgewählte Produkte aus seinem Food Lab präsentiert. Im Zentrum stehen dabei nachhaltige Strategien des Verarbeitens und Konsumierens, die sinnliche Erfahrung mit ökologischer Reflexion verbinden.
Mit Beiträgen von:
- Eva Kernbauer, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität für angewandte Kunst Wien
- Maximilian Muhr, Wissenschaftler am Institut für Entwicklungsforschung BOKU
- Eva-Maria Schitter, Künstlerin und Forscherin an der Universität Mozarteum Salzburg
- Roswitha Schuller, Künstlerin, Kulturtheoretikerin und Leiterin der Abteilung TransArts an der Universität für angewandte Kunst Wien
- Nikolaj Schultz, Assistant Professor für Sozialtheorie und ökologisches Denken an der Aarhus School of Architecture sowie Associate Researcher an der Sciences Po, Paris
- Ilija Trojanow, Schriftsteller und Übersetzer
- Daniela Zyman, Künstlerische Leiterin von TBA21 Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Wien & Madrid
Photo: Lukas Schraml
Lebt und arbeitet in Wien: Contemporary Art from Vienna
01/05/2026 - 26/10/2026
Museumsplatz 1, Wien, Österreich
Über einen Zeitraum von sechs Monaten präsentiert die Kunsthalle Wien in allen ihren Ausstellungsräumen die größte Übersicht über die Wiener Gegenwartskunstszene, die die Institution seit über einem Jahrzehnt organisiert hat. Skulpturen, Installationen, Zeichnungen, Gemälde, Fotografien, Performances und Videos von über 50 Künstler*innen werden in einer Ausstellung präsentiert, deren Schwerpunkt auf neuen Auftragsarbeiten und Werken liegt, die bisher noch nicht in Wien zu sehen waren.
Der Titel der Ausstellung leitet sich von einer erstmals im Jahr 2000 in der Kunsthalle präsentierten Übersicht ab und knüpft an ein Format an, das einen Einblick in die dynamischen, transnationalen und kulturell vielfältigen Künstler*innengemeinschaften bietet, die heute in Wien leben und arbeiten. Die Ausstellung wird von einem einjährigen öffentlichen Programm begleitet.
Ergänzend zur Ausstellung erscheint eine neue Publikation mit Auftragstexten zu allen Künstler*innen sowie Transkripten von Gesprächen zwischen Kurator*innen, Künstler*innen und Kritiker*innen, die in Wien leben und arbeiten, in deutscher und englischer Sprache.
Judith Eisler, Hanna, 2019
HERBERT BOECKL – HANS JOSEPHSOHN: Archetypen des Figuralen
24/07/2026 - 10/01/2027
Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich
Die seit der italienischen Renaissance vermehrt gestellte Frage nach der Hierarchie der Künste, die unter anderem den Wettstreit zwischen Malerei und Bildhauerei befeuerte, fand mit dem Beginn der Moderne ihr Ende. In dieser Ausstellung, in der das Werk eines Bildhauers auf jenes eines Malers trifft, geht es nicht um einen kunsttheoretischen Wiederbelebungsversuch der Paragone-Debatte, sondern um einen Dialog zweier Künstlerpersönlichkeiten, die trotz aller Verschiedenheiten in Bezug auf historische, räumliche und kulturelle Konstruktionen überraschende Analogien in formalästhetischer wie werkphänomenologischer Hinsicht aufweisen. Diese Gegenüberstellung von Herbert Boeckl (1894–1966) und Hans Josephsohn (1920–2012), die sich in ihren Leben nie begegnet sind, verdeutlicht dennoch fundamentale Parallelen in deren Auffassung von Körperlichkeit, Materialität und dem Prozess der Formfindung.
Weder Boeckl noch Josephsohn haben – trotz des verstärkten Auftretens der abstrakten Kunst seit den 1950er-Jahren – den Weg in die Abstraktion beschritten. Sie sind der Gegenstandsbezogenheit und insbesondere der menschlichen Figur als künstlerische Ausdrucksträger treu geblieben. Wiewohl beide einen starken Abstraktionsprozess in ihrer Darstellung menschlicher Körper praktizierten und oftmals auf anatomische Details in ihren Bildwerken verzichteten: Beide strebten danach, das Wesentliche durch radikale Vereinfachung und massive Verdichtung herauszuarbeiten. Dies lässt viele ihrer Figuren entindividualisiert und stilisiert erscheinen und bringt eine universelle Form des Menschlichen zur Darstellung. Trotz oder gerade wegen dieser Reduktion, die die „Porträtierten“ zur reinen Form transformieren, zeichnen sich deren Gestalten durch eine starke Ausdruckskraft aus. Diese spezifische auratische Wirkung wird durch expressive Einfachheit, formale Reduktion und nicht zuletzt durch eine eindrückliche materielle Präsenz evoziert. Das Interesse an der Physis des Materials stellt eine weitere Korrespondenz zwischen den beiden Künstlern dar. Während Boeckl in seiner Malerei die Farbe dick und nahezu skulptural bzw. reliefartig schichtet, arbeitet Josephsohn bei seinen Gipsmodellierungen und den daraus entstehenden Güssen vergleichbar additiv.
HERBERT BOECKL, Gruppe am Waldrand, 1920 © Leopold Museum, Wien | Foto: Leopold Museum, Wien © Herbert Boeckl-Nachlass, Wien
NEU. SACHLICH. Fotografie der 1920er- und 1930er-Jahre
13/11/2026 - 28/02/2027
Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich
Nüchtern, klar, sachlich – so versuchte man die Welt nach dem Ende des ebenso verlust- wie folgenreichen Ersten Weltkrieges buchstäblich neu zu sehen. Die bis 1914 speziell in den Kreisen ambitionierter Amateure gepflegte „Kunstfotografie“ mit ihrem verklärenden Ästhetizismus hatte ausgedient. Ein direkter, schnörkelloser, mediengerechter Bildstil, verbunden mit einem klaren Bekenntnis zur technischen Moderne wurde gefordert. In Deutschland hatten Ellen Auerbach, Aenne Biermann, Karl Blossfeldt, Alfred Ehrhardt, Albert Renger-Patzsch oder August Sander sich einer „Neusachlichen Fotografie“ verschrieben, die mit der 1929 vom Deutschen Werkbund organisierten Ausstellung Film und Foto ihren Höhepunkt erreichte. Das Plädoyer der unmittelbar nach Stuttgart auch in Wien gezeigten Schau für eine zeitgemäße Bildsprache, hinterließ nicht zuletzt im Werk der Österreicher*innen Trude Fleischmann, Grete Kolliner, Rudolf Koppitz oder Otto Skall ihre Spuren.
Entlang zentraler Motiv- und Themenkomplexe präsentiert die Schau über hundert herausragende, künstlerische Positionen der Neuen Fotografie der 1920er- und 1930er-Jahre und versammelt Arbeiten aus namhaften europäischen Museen, Institutionen und Sammlungen, darunter noch nie gezeigte Werke aus Privatbesitz.
WIENER WERKSTÄTTE/WILHELM WILLINGER (Fotografie), Kleid entworfen von Eduard Wimmer-Wisgrill (1882–1961), 1919 © Leopold Museum, Wien | Foto: Leopold Museum, Wien